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Morgen, am 22. Juli, 8 Tage nach dem Verbrechen von Nizza, jährt sich zum fünften Mal der Massenmord auf der norwegischen Insel Utoya. 69 Menschen, davon 32 Jugendliche und Kinder, fielen der Tat des Anders Behring Breivik auf der Insel zum Opfer, 8 weitere Opfer forderte das unmittelbar zuvor vom selben Täter verübte Bombenattentat auf den Sitz des Ministerpräsidenten in Oslo.

suedwatch.de zeigte damals auf wie sensationsgierig und tendenziös die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung geführt wurde, sparte aber auch die Erwähnung des tatsächlichen Zwecks der “Ferieninsel” Utoya nicht aus: Das Eiland diente den Sozialisten Norwegens als Erziehungslager zum Hass auf Juden und Andersdenkende. Nur fand dieser bemerkenswerte Hintergrund keinerlei Würdigung in deutschen Medien und sowieso nicht in der Süddeutschen.

Damit wir morgen, am 22. Juli, wertfrei den Opfern der abartigen Tat gedenken können, erlaube ich mir heute, einen Tag vorher, mit einer Bitte an meine Leser heran zu treten:

Wer in zeitgenössischen Berichten und gern auch in meinem gleich hier verlinkten Blogeintrag die Tendenz der Berichterstattung von damals mit jener vergleicht, die zum Attentat von Nizza erschien, wird erstaunliche Unterschiede feststellen. Etwa, wie heute versucht wird den Mörder von Südfrankreich als wirren Einzeltäter darzustellen, fernab der Ideologie des Islam handelnd. Und natürlich gibt es heute keine öffentlichen Personen die beim Namen genannt als Vertreter des Islam oder unserer Politik in Mitverantwortung genommen werden.

Was für ein Unterschied zu 2011, als die Liste der zu Verdächtigen erklärten Personen von Geert Wilders in Holland bis zu Henryk M. Broder in Deutschland reichte. Und natürlich wurden alle Register gezogen, jeden noch so unbeteiligten und unverdächtigen Andersdenkenden - namentlich bezeichnet als Islamkritiker, Islamhasser, eine “anti-muslimische” Bewegung, Rechtspopulisten, Rechtskonservative und sogar, man lese und staune, Anti-Islamisten [sic!] - mit dem Täter und der Tat in Verbindung zu bringen.

Aber bitte, gönnen Sie sich selbst einen Blick in meinen Blogeintrag von damals und gedenken Sie morgen den ermordeten Menschen und besonders den Jugendlichen und Kindern unter ihnen, die Opfer des Verbrechens wurden, aber auch weit vorher Opfer ihrer sozialistischen Verderber und posthum Opfer einer manipulativen, durchideologisierten Presse.



utoya





Mit besten Grüßen

Peter Zangerl alias Moritatensaenger



In einem Beitrag in der Amerika-Kolumne schreibt die suedwatch.de-Lesern durchaus nicht unbekannte Dr. Michaela Haas (1) über das unterfangen des Kreatonisten Kenneth “Ken” Ham, mitten in Kentucky eine Arche Noah als Zentrum eines religiösen Vergnügungsparkes zu bauen. Dass sie dabei verschweigt dass Ham kein US-Amerikaner sondern Australier ist - und er seine religiöse Bewegung von dort mitgebracht hat - mag man noch durchgehen lassen, weils schön zu dem Bild vom doofen Ami passt, welches das linke Juste milieu so innig pflegt…

unbenannt

Dann aber begeht Haas einen fatalen Fehler der erst wenigen aufgefallen ist: Sie beleidigt die Masse der anderthalb Milliarden Muslime UND (!!!) sie ruft sogar verblümt zur Gewalt gegen sie auf. Naja, sie sprichts nicht an die Muslime gewandt aus, dafür ist sie zu politkorrekt und es fehlt ihr wohl auch die intellektuelle … Bestimmung zu erfassen was ihre Worte tatsächlich bedeuten. Die SZ-Amerika-Kolumnistin schreibt stattdessen über die christlichen Kreatonisten…

Nun kann natürlich jeder glauben, was er will. Mag sich jeder den Gott basteln, der ihn glücklich macht. Aber: Der Staat, der die Arche als Touristenattraktion mit 18 Millionen Dollar Steuernachlässen subventioniert, las offenbar das Kleingedruckte erst im Nachhinein. In den Arbeitsverträgen steht nämlich, dass auf der Arche nur Heteros arbeiten dürfen, die keinen Sex vor der Ehe haben und die Bibelverse wörtlich nehmen. Der Staat subventioniert also eine religiöse Nischenbewegung, die eindeutig diskriminiert.

Ich persönlich interpretiere Gottes Wille so: Sie möchte, dass sich alle Bibel-Leichtmatrosen in Kentucky versammeln, auf der Arche. Wenn alle zusammen sind, werden wir die Betonverankerung lösen und das Narrenschiff mit der nächsten Flutwelle auf hohe See schicken. Es wird dann schon rechtzeitig - wie ihr Vorbild - auf irgendeinem Berg stranden.

Aber was hat das nun mit dem Islam zu tun, werden Sie fragen, abgesehen davon dass auch dort nur “Heteros arbeiten” dürfen, “Sex vor der Ehe” gern mit Steinen gewürdigt wird und “masturbierende Teenager, Schwulenhochzeiten [und] unverheiratete Schwangere” die Welt vor dem Untergang scheinen lassen. Ganz einfach: Der Islam IST kreatonistisch. Während sich die Christen heute nämlich über die Worte ihrer Heiligen Schrift streiten dürfen, sie unterschiedlich auslegen, interpretieren und relativieren können, gibt es im Koran des Islam keine “Auslegung” der Worte “Gottes”. Was im Koran steht IST wortwörtlich Wort Allahs, vom Engel Gabriel an den Propheten Mohammed übermittelt. Und erklären Sie einem Moslem dass einer Beteiligten, Allah, Gabriel oder gar Mohammed, das nicht so ernst gemeint hätte, oder noch besser - damit kommen wir aufs Thema zurück - erklären Sie ihm, dass er, der Moslem, entgegen der Überlieferung der drei Koran-Protagonisten vom Affen abstammt! Nein, tun Sie’s nicht, aber nochmal: Das was im Koran steht ist Wort Allahs und daran gibts nichts zu rütteln…

“Gewiß, euer Herr ist Allah, Der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf”  (Sure 7:54)

“Hierauf wandte Er sich dem Himmel zu, während er noch aus Rauch bestand, und sagte dann zu ihm und zur Erde: „Kommt beide her, freiwillig oder widerwillig.” Sie sagten: „Wir kommen in Gehorsam.”" (Sure 41:11)

“So führte Er sie als sieben Himmel in zwei Tagen aus und gab jedem Himmel seine Aufgabe ein. Und Wir haben den untersten Himmel mit Lampen geschmückt, und auch als Schutz. Das ist die Anordnung des Allmächtigen und Allwissenden.” (Sure 41:12)

“Und wahrlich, Wir haben den Menschen erschaffen aus trockenem, tönendem Lehm, aus schwarzem, zu Gestalt gebildetem Schlamm.” (Sure 15:26)

“Und damals sprach dein Herr zu den Engeln: “lch bin im Begriff, den Menschen aus trockenem, tönendem Lehm zu erschaffen, aus schwarzem, zu Gestalt gebildetem Schlamm.” (Sure 15:28)

Die Dominanz des Glaubens an den Kreatonismus ist bei den Muslimen so stark, dass selbst im EU-Wunsch-Beitrittskandidaten Türkei laut Deutschlandfunk rund 70% der Erwachsenen mit der Evolution nichts anfangen können. Nicht nur weil der Kreatonismus in den Moscheen gelehrt wird, sondern weil er seit den 1980ern auch die türkischen Schulbücher erobert hat (2). Und als 2009 die Chefredakteurin des angesehenen Wissenschaftsmagazins ”Bilim ve Teknik”, Cigdem Atakuman, eine 15-seitige Titelgeschichte zu Darwin in das Blatt bringen wollte, wurde diese vom türkischen Wissenschaftsrat schleunigst gekippt (3). Zusammen mit der Chefredakteurin. Einen Blick in von säkularer schulischer Ausbildung noch weniger erleuchtete islamische Länder und Landstriche ersparen wir angesichts dessen.

Bleiben die Worte von Dr. Michaela Haas in der Süddeutschen Zeitung - übertragen formuliert - von denen sich nun die Muslime ganz persönlich betroffen fühlen dürfen….

“religiöse Nischenbewegung …. Koran-Leichtmatrosen …. Narrenschiff Islam”

….selbst wenn die heldenhafte Evangelikalen-Verhöhnerin Haas einen biblischen Teufel getan hätte, etwas über den Kreatonismus der Muslime zu schreiben. Ob das nicht trotzdem mal ins Auge geht?



Es grüßt



Peter Zangerl alias Moritatensaenger



(1) http://www.suedwatch.de/blog/?p=6661

(2) http://www.deutschlandfunk.de/kreationisten-in-der-tuerkei-auf-dem-vormarsch.795.de.html?dram:article_id=222033

(3) http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/darwin-streit-in-der-tuerkei-die-meisten-aeussern-sympathien-fuer-die-zensur-a-613348.html

Lügen haben mitunter ein erstaunlich langes Leben - selbst wenn sie ohne Zweifel als Unwahrheiten überführt sind.

Das schrieb Sven Felix Kellerhoff (1) noch vor wenigen Tagen in der WELT über die relativierenden Auslassungen des Konstanzer AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon zu dem Lügenpamphlet der Protokolle der Weisen von Zion Was man bei Gedeon wohl am meisten kritisieren kann ist, dass er, promovierter Arzt, Intelligenz und Bildung genug haben müsste um die Machenschaften der Protokolle und ihrer Verfechter zu durchschauen. Es bleibt fast nur die Annahme, dass einzig ein einschlägiges Motiv ihn zu seinen Bemerkungen bewegt.

Ähnlich verhält es sich bei Peter Münch, dem ewigen Israel-Korrespondenten der Süddeutschen Zeitung. Der Mann hat einen Master of Arts in Geschichte und hat in Neuerer Geschichte sogar promoviert und trotzdem schlägt er sich nicht nur passiv sondern auch aktiv auf die Seite der Schaffer moderner antisemitischer Protokolle. Deren - dieser Protokolle - Kennzeichen ist ebenfalls herausragend die Lüge zum Nachteil des Juden und ein Kapitel daraus trägt den Namen “Gaza Flotte”. Der Journalist der Süddeutschen Zeitung, eigentlich schon seines Standes wegen der Wahrheit verpflichtet, schreibt am Wochenende in der Printausgabe im Rahmen einer Presseschau zum verbesserten Verhältnis Israel-Türkei…
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Nun könnte man das als unabsichtlich verkürzende und nachlässig die Fakten entstellende Darstellung abtun. Wenn, ja wenn nicht Münch wie beschrieben genug Intelligenz und Bildung haben müsste um zu wissen was er da verfasst hat und wenn er nicht als Journalist und in Israel wohnhafter Korrespondent unbedingt die Möglichkeit hätte, die Wahrheit zu erfahren und dann auch wiederzugeben.

Denn Fakt ist und dokumentiert (3), dass anders als von Peter Münch geschrieben die Navi Marmara, auf der es zur Eskalation kam, keine Hilfsgüter transportierte sondern nur “Aktivisten”, teilweise bewaffnete Angreifer und deren persönlichen Bedarf. Genauer: Drei Schiffe der Flotte, die The Challenger 1 vom “Free Gaza Movement”, die Sfendoni von der griechischen Initiative “Ship to Gaza” und der “European Campaign to End the Siege of Gaza” und eben die Navi Marmara der islamistischen und Hamas-nahen IHH (2), trugen keinerlei Hilfsgüter.

Was sie stattdessen trugen waren die Waffen der “Friedensaktivisten”….

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…und hier hätten zwei Worte in Münchs kurzem Text das journalistische Wort vor der billigen Polemik gerettet: “legitim” und “Angreifer”. Die Seeblockade selbst war nämlich nach großer Übereinstimmung der Rechtsexperten legitim. Der deutsche Professor für Völkerrecht, Wolff Heintschel von Heinegg, stellt dazu in einem ZEIT-Interview (4) klar…

ZEIT ONLINE: [...] Ist diese Seeblockade denn überhaupt rechtlich zulässig?

Wolff Heintschel von Heinegg: Das hängt von der Charakterisierung des Konfliktes zwischen Israelis und Palästinensern ab. Wenn Juristen zusammenkommen, gibt es oft unterschiedliche Meinungen. Aber hier gibt es einen gemeinsamen Nenner. Und der lautet: Es gibt einen bewaffneten Konflikt. Und somit kommt das Recht des bewaffneten Konfliktes zur Anwendung, der eine Seeblockade erlaubt.

ZEIT ONLINE: Aber dazu müsste der Konflikt ein internationaler sein.

Heintschel von Heinegg: Richtig. Das Problem ist, dass Palästina noch kein Staat ist, weshalb der Konflikt für viele auch kein internationaler bewaffneter Konflikt ist. Sieht man das so, dann würde das Blockaderecht nicht gelten. Wenn man allerdings nüchterne rechtliche Analysen anschaut, dann wird klar: Die grundsätzliche Zulässigkeit der Blockade ist nie in Zweifel gezogen worden.

ZEIT ONLINE: Sie haben seinerzeit den israelischen Einsatz gegen die Schiffe 2010 als legitim bezeichnet. Warum?

Heintschel von Heinegg: Wenn die Blockade rechtlich zulässig ist, dann sind es auch die Maßnahmen zur Errichtung einer Blockade. Es gibt nur ein Prinzip, dass die Blockade kennzeichnet: Das Prinzip der Effektivität. Die Blockademacht muss verhindern, dass Schiffe in das blockierte Gebiet hinein oder aus dem blockierten Gebiet heraus gelangen. Wenn die Blockade das in nur einem Fall nicht leistet, wird sie ineffektiv und damit sofort rechtlich unwirksam.

Aber auch unabhängig von der gegebenen Legitimität der Blockade war die Aktion des israelischen Militärs und vor allem der Soldaten, die lediglich auf die Übernahme der Kontrolle über die Schiffe zielte, vollkommen korrekt und die Schuld an der Eskalation lag allein auf Seiten der “Aktivisten”, die sich mit ihren Handlungen des gewalttätigen Widerstandes völkerrechtlich zu “Angreifern” wandelten. Diese Rechtssituation ist sehr gut dargestellt im Antwortschreiben des Generalbundesanwaltes am Bundesgerichtshof an die Teilnehmerin der Flottilla, Inge Höger (DIE LINKE), die nach ihrer Rückkehr dort “Strafanzeige gegen unbekannte Verantwortliche der israelischen Streitkräfte” gestellt hatte. Ein lesenswertes Dokument, hier als PDF abrufbar (5).

Hätte Münch also geschrieben…

“Nachdem Israels Marine auf einem zum Kriegsschiff umfunktionierten Personenschiff, das ausschließlich politische Aktivisten trug die die legitime Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen wollten, neun türkischstämmige Angreifer getötet hatte, verstrickten sich die vormaligen Freunde in einen zähen Konflikt”

…wäre ihm ein journalistisch anerkenneswerter, faktenbasierter Text gelungen. In der Realität hat er leider nur eines der typischen Protokolle der Weisen aus München verfasst.

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Beste Grüße

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Peter Zangerl alias Moritatensaenger

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(1) http://www.welt.de/geschichte/article156377227/AfD-Politiker-haelt-antisemitisches-Machwerk-fuer-echt.html

(2) http://www.clarionproject.org/analysis/us-muslim-charity-linked-turkish-hamas-affiliate-ihh

(3) http://www.mfa.gov.il/mfa/pressroom/2010/pages/equipment_aid_gaza_flotilla_7-jun-2010.aspx

(4) http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-06/seeblockade-gaza-interview

(5) http://www.inge-hoeger.de/uploads/media/Generalbundesanwalt.pdf

Stellen Sie sich folgendes vor: Eine Kleinstadt, irgendwo in Deutschland. In einem Stadtteil dort lebt eine große Community von … sagen wir: Rechtsradikalen. Beinahe täglich begeben sich die vom Hass am stärksten getriebenen unter ihnen in den Teil der Stadt in dem die anderen Bürger leben und ermorden dort Unschuldige. Sie überfahren sie mit ihren Autos, verüben Sprengstoffattentate und stechen sie auf offener Straße nieder. Vor wenigen Tagen dringt einer von ihnen in das Haus einer Familie ein und ermordet dort im Kinderzimmer ein 13jähriges Mädchen….

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Das bleibt auch unserem Innenministerium nicht verborgen und es richtet einen Appell an…..die Rechtsextremen und die anderen Bürger:

“Alle, die in der Stadt Verantwortung tragen müssen mithelfen, dem Hass in den Köpfen entgegenzutreten und die Grundwerte der Menschlichkeit zu verteidigen.”

Sie halten es nicht für möglich dass sich ein deutsches Innenministerium derart in der Beurteilung der Kausalität vergreift? Dass es die Unschuldigen genauso wie die Täter zu “Verantwortlichen” erklärt und sie beide, die Täter und die Opfer, auffordert die Grundwerte der Menschlichkeit zu verteidigen? Ich halte das schon für möglich. Das deutsche Außenministerium nämlich kann das, jedenfalls dann wenn der rechtsradikale Täter Palästinenser und das Opfer ein jüdisches Kind ist…

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Aber warum sollte sich ein deutsches Außenministerium auch weniger kooperativ gegenüber den Tätern und deren Verantwortlichen verhalten als es zum Beispiel die richtungsgebende “Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik” Federica Mogherini praktiziert…

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Grüße

Peter Zangerl alias Moritatensaenger

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Im Herbst 2014 hatte ich anlässlich des Abschieds meiner Mitbloggerin und Freundin Jaspis den letzten Eintrag zu suedwatch.de verfasst. Mittlerweile haben wir das Jahr 2016 und sind auch da schon fast mit dem “Sommer” durch, wiewohl erst Ende Juni. Und heute habe mich entschlossen meinen Blog - vorerst alleine - wieder zu erwecken und mit neuem Leben zu füllen. Seit der Gründung im März 2009 hatte suedwatch.de schon bis zu seinem 4. Geburtstag 2.000.000 lesende Aufrufe erreicht. Das ist zwar im Vergleich zu den führenden politischen Blogs vom Schlage etwa achgut.de Kleinvieh, aber auch das bringt reichlich Mist und das ist genau das, was wir produzieren wollen. Ich höre jetzt schon die Unkenrufe weshalb klargestellt sei: Den Mist im Sinne von Unrat liefern die Medien, produziert von der Politik, unser Mist versteht sich als Dünger den wir ausbringen wollen, um das Saatgut offener, politisch unkorrekter, liberalkonservativer Diskussion wieder wachsen zu lassen.

Was wird anders werden auf suedwatch.de? Bleiben wird die aufwendige Recherche zu den Hauptartikeln und bleiben werden als Gegenstück die weniger umfangreichen “WatchShots”. Und bleiben - oder wieder aufleben - wird die Beobachtung und Kritik am Zentralorgan der linken Medien in Deutschland, der Süddeutschen Zeitung. Ich werde aber auf das sich seit 2009 radikal verändernde Klima in Medien und Politik reagieren.

Zur Erinnerung:

2009, als suedwatch.de gegründet wurde, gab es bei den Medien noch - um nur drei Beispiele zu nennen - eine seriöse “Die Welt” und es gab eine ebenso konservative “Frankfurter Allgemeine” und bei “Focus” predigte Markwort noch “Fakte, Fakten, Fakten”. Nur ARD und ZDF waren damals schon nicht informierend sondern ideologisierend. Und es gab auch noch eine rechte, bürgerliche CDU/CSU. Es gab noch die Wehrpflicht, es gab noch kein Fukushima, in der Folge auch keine kanzlerische 180° Energiewende und der Hype um den angeblich anthropogenen Klimawandel steckte noch in den Kinderschuhen und Köpfen der politischen Strategen. Und selbst wenn man “Griechenland” hörte dachte man bestenfalls an geharzten Weißwein und sonnenverbrannte Haut an griechischen Stränden statt zuerst über verbranntes deutsches Sparer- und Steuergeld zu grübeln.

Die Zeiten haben sich also geändert und so wird sich suedwatch.de fürderhin nicht mehr ausschließlich auf die journalistischen Stoffwechselprodukte der sueddeutschen Zeitung  konzentrieren sondern sich allgemein mit Politik und Medien auseinandersetzen, nur eben vom sueden aus gewatcht. Das mag der eine gut finden, der andere nicht, aber in meinen Augen muss einfach auch der Watchblog auf die radikal veränderten Umstände reagieren.

Und jetzt zu der Frage, warum heute, warum jetzt, gibt es einen besonderen Anlass?

Ja, den gibt es natürlich, wenngleich mir die Abstinenz von suedwatch.de schon lange auf der Seele brannte. Der unmittelbare Auslöser zur Reaktivierung aber liegt in einem Beitrag den ich gestern auf meinem Facebook-Account postete. Dieser Account wurde schon vor Jahren unter dem Namen “Suedwatch-Panoptikum” eingerichtet und betrieben, bis sich wohl eine namhafte linke Autorin (diesmal nicht aus dem Urwald ;-) sondern aus der CDU kommend) nach einer kontroversen Diskussion mit Ergebnis zu ihrem Nachteil bemüßigt sah, den Account bei Facebook zu melden und sperren zu lassen: Namensgebung gegen die Facebook-Regeln. Seither trägt er meinen Klarnamen, ist aber immer noch nicht vor Denunzianten und der Zensur durch Facebook sicher. So eben gestern, als wieder die Denunzianten aufliefen und danach die Suckerberg-Zensur zuschlug und nachfolgende Montage dreier offizieller Medientitel aus einem Kommentar in meiner Chronik entfernte…

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syflü

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Derartiger Blockwarts- und Big Brother-Geist aber ist mir zuwider, weshalb ich zwar meinen Account auf Facebook weiter betreibe aber meine Beiträge in meiner Chronik zuerst auf suewatch.de sichere, bevor ich sie unter…

https://www.facebook.com/suedwatch.de

…verlinke.

In diesem Sinne freue ich mich auf das neue, das wiederbelebte suedwatch.de und auf Euch, meine treuen Leser.

Peter Zangerl

Danke :-)

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich an dieser Stelle für die Jahre der Zusammenarbeit mit meiner Kollegin und - ja - Freundin Jaspis zu bedanken. Begonnen hatte alles vor gefühlten Äonen im suedcafé, dem Leserforum der Süddeutschen Zeitung. Und es begann in handfester Gegnerschaft: ich der Konservative; Jaspis die Sozialdemokratin alter Schule (beide aus echter, demokratischer Überzeugung). Wir fochten mehr als einen Kleinkrieg mit(gegen)einander aus, bis wir eines Tages merkten, dass uns unser felsenfestes “Ja” zu Demokratie und Rechtsstaat, Meinungsfreiheit und Toleranz, und die Ablehnung jedweden Totalitarismus mehr verband als trennte. Bis zu diesem Zeitpunkt genoss Jaspis auch den den ungeteilten Respekt der linken Kameradschaft der suedcafé-Leser.

Damit war allerdings schnell Schluß, als sie sich zum ersten Mal für mich und meine Meinungsäußerungen einsetzte. Fortan fielen die einstigen Genossen wie die Hyänen auch über Jaspis her. Was die aber nicht anfichte, sondern im Gegenteil ihren legendären Dickschädel provozierte. Und damit war der Grundstein für einen eigenen, unabhängigen Blog gelegt. Es vergingen noch einige Monate und einige von der SZ-Moderation unter den Teppich gekehrte Kommentare (sprich gelöscht, weil missliebig), dann stand eines Tages unser - zusammen mit Mitbegründer “Blogschmid” ins Leben gerufenes - , gemeinsames Blog-Projekt. Und auch der erste Kommentar in suedwatch.de wurde verfasst und veröffentlicht, nämlich am 2. März 2009, von….Jaspis

Seither haben wir beide bald 1.000 Beiträge verfasst und tausende Anhänger gewonnen. Noch immer, obwohl wir - jeder für sich - aus persönlichen Gründen immer seltener schreiben, besuchen unseren Blog täglich über 2.500 Leser. Und während ich immer der Wilde war (bin), der mit seinen Kommentaren auch mal über die Stränge schlägt, war Jaspis immer die kühle, analytische Intellektuelle. Die klassische Kombination von the Beauty and the Beast, halt. Nicht zuletzt aus diesem Grund, weil wir so gut zusammen passten, schmerzt mich der Abschied von Jaspis besonders. Aber weil ich ein grenzenloser Optimist bin, sage ich jetzt einfach mal, dass der Tag kommen wird, an dem wir wieder zusammen der Süddeutschen Zeitung und damit dem antijournalistischen Medien-Mainstream die rote Karte zeigen. Mit suedwatch.de. Und mit Ihnen als Lesern.



Herzlichst, Peter Zangerl



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