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….sich einmal ein paar Minuten Pause neben seiner bisher geleisteten Arbeit gönnen.

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Man müsste bei diesem Kompliment laut auflachen….

“einer der wichtigsten linken Intellektuellen unserer Zeit”

….wenn die Wiener mit der Einordnung “linker Intellektueller” nicht unbeabsichtigt daran erinnern würden, dass Intellektualität nicht vor Dummheit schützt. Oder um es anders zu formulieren:

Noam Chomsky sitzt vor seinem prall gefüllten geistigen Werkzeugkasten …. aber er hat halt leider zwei linke Hände.

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/welt/2090074-Noam-Chomsky-im-Interview-Trump-war-einzigartig.html?fbclid=IwAR2j3G_a0d-k1HZIwpybsm_ILBNDSmVAnfyZiSAR_q94gO6BUEvzYN2aVAw

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Video, 1 Minute 13 Sekunden…..

Tod von Ashli Babbitt im Capitol, Washington, am 6. Januar 2021

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(Foto aus Urheberrechtsgründen bearbeitet)

Es hört sich wohl nicht umsonst langsam so an, als stünden wir wieder kurz vor einer “Schutzhaft”, die durch eine diesmal nur leicht anders genannte “Verordnung des Ministerpräsidenten zum Schutz von Volk und Staat” gerechtfertigt würde.

So mancher mag dem langsam hohl drehenden Nürnberger sogar durchaus zutrauen, “Unvernünftigen” in einem nächsten Schritt zu drohen, dass sie, wenn sie….

“den von den obersten Landesbehörden oder den ihnen nachgeordneten Behörden [...] erlassenen [Corona-]Anordnungen [...] zuwiderhandeln oder zu solcher Zuwiderhandlung auffordern oder anreizen, [...] mit Gefängnis nicht unter einem Monat oder mit Geldstrafe von 150 bis zu 15.000 [Euro] bestraft [werden].
Wer durch Zuwiderhandlung [...] eine gemeine Gefahr für Menschenleben herbeiführt, wird mit Zuchthaus, bei mildernden Umständen mit Gefängnis nicht unter sechs Monaten und, wenn die Zuwiderhandlung den Tod eines Menschen verursacht, mit dem Tode, bei mildernden Umständen mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren bestraft. Daneben kann [bei Gastwirten, Hotel- und anderen Gewerbebetreibern] auf Vermögenseinziehung erkannt werden.”

(Text: Nur leicht veränderter § 4 der Reichstagsbrandverordnung nach dem Deutschen Reichsgesetzblatt Band 1933 Teil I, Nr. 17, Seite 83)

PS: Nur um das noch einmal in Erinnerung zu rufen….

Am 28. Februar 1933 wurde die “Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat” erlassen und nur drei Wochen später, am 22. März 1933, empfing Lagerkommandant Hilmar Wäckerle mit Ochsenziemer und Schäferhund den ersten Transport politisch “Unvernünftiger”, vulgo “Volksschädlinge”, im eilig errichteten KZ Dachau. Nur eine noch rudimentär funktionierende, politisch unangepasste Staatsanwaltschaft München sorgte nach den ersten Morden an Häftlingen dafür, dass Weckerle ein Vierteljahr später schon wieder des Postens enthoben wurde.
Es dauert Jahre, in denen in den landesweit errichteten KZs vorwiegend Oppositionelle, Unangepasste und Andersdenkende inhaftiert wurden, bis dann der Massenmord des Holocaust an den Juden das Kürzel “KZ” für immer als Zeichen menschlicher Perversion in die Geschichte einbrannte.

Mit besten Grüßen

Peter Zangerl

Dass die Auswertung und Bekämpfung behaupteter staatsfeindlicher Aktivitäten mittlerweile in die Hände privater Dienste gelegt wurde, ist keine Neuigkeit. Was man dort alles sanktioniert, verwundert aber dann doch gelegentlich.

Ich erlaube mir hier kurz die Darstellung zweier Meme, die meinen Facebook-Account gerade erst für 24 Stunden und dann für drei Tage zum Schweigen brachten. Wobei die Begründung der 24stündigen Auszeit durchaus mit Humor zu ertragen war, behauptete man doch bei diesem Foto von Präsidentschaftskandidat Joe Biden,….

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….es verstoße gegen die Gemeinschaftsstandards zu Nacktheit oder “sexueller Aktivität”….

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Nachdem auf dem Foto niemand nackt ist, sollte klar sein, wie die Checker von Facebooks SD die Griffe und Küsschen des Trump-Mitbewerbers Biden bewerten (nicht anders als ich, übrigens).

Etwas anders verhält es sich bei dem Auslöser der 3tägigen Sperre….

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….der nach unkenntlich gemachtem Hakenkreuz und durch das Zitat Picassos auch dem durchschnittlichen Agenten als das Gegenteil einer “Verherrlichung” erkennbar sein sollte.

Aber gut, wenn die Staatssicherheit privatisiert wird, wird sie weder intelligenter, noch demokratischer.

Mit bestem Gruß in diesen Montag

Peter Zangerl

Der erste und der letzte Buchstabe des giechischen Alphabets hat es den Süddeutschen angetan. Es umweht die beiden Buchstaben des griechischen Alphabets nicht nur der Odem der klassischen Bildung, sondern man sonnt sich in den Münchner Redaktionen auch gern im Schein des Umfassenden, ja des Göttlichen von Alpha und Omega, als das das man seine Form des Journalismus gesehen haben möchte.

Wohl aus diesem Grund vermarktet man in der SZ Ergüsse unter dem Label “Alpha und Omega” fast mit der Gießkanne (jeder will ein paar Tropfen abbekommen), angefangen bei Bertelsmann [1], über Oskar Lafontaine [2] bis hin zu Kulturgewaltigem, wie den Osterkerzen der Künstlerin Sonja Alhäuser [3]. Alles Alpha und Omega.

Auch im Käse sieht man die “Kraft von Alpha und Omega” [4], was wiederum den “renommierten Journalisten Prof. Dr. Dr. h.c. Heribert Prantl” veranlasst, nicht nur in den Neuendettelsauer Fastenpredigten 2020 verbalen Käse über “Alpha und Omega” zu verbreiten [5], sondern den Brie des A&O auch gleich zum Vermächtnis seiner Kanzlerin Angela Merkel anzurühren [6].

Selbst wenn Prantls Lobgesang zur Göttlichen Kanzlerin schon zwei Jahre zurück liegt, so lohnt es sich doch Alexander Wendt zum Thema zu lesen. Der Journalist und Buchautor nimmt Prantls Wort zur - damals vermutet - letzten Amtszeit Angela Merkels auf und führt ein gänzlich anderes Alpha und Omega als Resümee ihrer Amtszeit vor Augen, als das der Dauerprediger aus München seinerzeit getan hat. Hier mit freundlicher Genehmigung des Autors ein Blick auf Wendt’s Kommentar…..

“Vor einiger Zeit machte sich der Kommentator Heribert Prantl in der Süddeutschen Gedanken, was das „Alpha und Omega“ von Merkels Kanzlerschaft bilden könnte. Die Formulierung findet sich bei ihm mehrmals; sie soll den symbolischen Eingang und Ausgang ihrer Regierungszeit bedeuten, das, was für die Geschichtsbücher bleibt.

Vor allem „das große Omega einer großen politischen Karriere“ liegt Prantl am Herzen. Große Journalisten lieben solche Formulierungen. Was bleibt, konzentriert sich bei Politikern in Taten, Sätzen oder beidem. In einem Satz wie Brandts „wir wollen mehr Demokratie wagen“, in Helmut Schmidts Entscheidung, die “Landshut“ stürmen zu lassen, in Helmut Kohls Griff nach der Einheit.

Bei Angela Dorothea Merkel läuft es auf zwei Äußerungen aus dem Jahr 2020 zu, die zwar nicht am Anfang und Ende der Kanzlerschaft stehen, sich aber symmetrisch zueinander verhalten und ihr politisches Erbe mehr oder weniger zusammenklammern. Eigenartigerweise ist es bisher nur wenigen aufgefallen, wie ideal sie zusammenpassen. Möglicherweise liegt es daran, dass es sich einmal um zwei Sätze handelte, das andere Mal um Schweigen, was bekanntlich unter bestimmten Umständen auch eine Äußerung sein kann. Jedenfalls ist es jetzt Zeit, da sich Blicke gerade auf die USA richten, auf das EU-Milliardenprogramm, statt der Details das Große und Ganze von Merkels Kanzlerschaft zu betrachten. Denn jetzt steht ihr politisches Vermächtnis weitgehend fest.

Ihre erste Aussage für die Geschichtsbücher fiel am 5. Februar 2020 in Pretoria, ihr mittlerweile schön öfter zitierter Kommentar zur Ministerpräsidentenwahl in Thüringen: „Da dies absehbar war in der Konstellation, wie im dritten Wahlgang gewählt wurde, muss man sagen, dass dieser Vorgang unverzeihlich ist und deshalb auch das Ergebnis wieder rückgängig gemacht werden muss.”

Zum einen bleibt das Diktum „unverzeihlich“ als Bezeichnung für eine Wahl, gesprochen von Südafrika aus, einem Land, in dem es nach Ende der Apartheid sogar den Versuch gab, zu einer Versöhnung zu finden, also zu einer wechselseitigen Verzeihung, selbst für Taten wie Folter und Mord.

Unverzeihlich: Das ist eine Vokabel, die schon wegen ihrer Totalität das Zeug für Chroniken besitzt, erst Recht angewendet auf eine Wahl in einem deutschen Landesparlament. Deren Ergebnis, so lautet der zweite Teil der historischen Aussage, muss also rückgängig gemacht werden. Eine Wahl rückgängig machen – bis zum Februar 2020 hätte eine Mehrheit im Land noch geglaubt, hier verliefe eine rote Linie, die jeder, egal in welcher Position, egal welcher Parteizugehörigkeit überschreitet, der die Abwicklung einer Wahl fordert, weil ihm das Ergebnis nicht passt. Aber möglicherweise hatte auch nur ein Teil der Gesellschaft geglaubt, eine Mehrheit würde darin eine rote Linie sehen. Proteste gegen die Neugründung der Bundesrepublik – nichts weniger als das war es nämlich – blieben weitgehend aus, teils durch politische Erpressung, teils durch „Druck der Straße“ (Saskia Esken) bekam Merkel ihren Willen. Der stellvertretende Bundestagspräsident Hans-Peter Friedrich merkte an, eine Rückgängigmachung einer Wahl sei im Grundgesetz nicht vorgesehen. Als Reaktion darauf twitterte ein Redakteur der FAZ, offenbar brauche die AfD keinen Bundestagsvizepräsidenten, diese Funktion nehme ja schon Friedrich wahr.

Wem die Feststellung der Republikneugründung zu weit und hoch gegriffen ist, der sollte in diesen Tagen nach Radebeul schauen, wo gerade die nächste Wahl rückabgewickelt wird, dieses Mal ohne besondere Anweisung durch jemanden aus der Staatsleitung. In Radebeul jedenfalls wählte eine Mehrheit der Stadtverordneten am 20. Mai den parteilosen Schriftsteller Jörg Bernig auf Vorschlag der lokalen CDU zum neuen Kulturamtsleiter. Gegen diese Entscheidung erhob sich umgehend das, wofür es das Medienwort „Proteststurm“ gibt, schon, um den Vorgang von Hass & Hetze zu unterscheiden. Bei dem Proteststurm handelte es sich in Wirklichkeit um eine routiniert angeleierte Kampagne gegen Bernig, dem ein gar nicht besonders breites Bündnis progressiver Kultur- und Medienschaffenden unter besonderer Beteiligung eines früheren Stasi-Zuträgers und der Süddeutschen Zeitung vorwirft, „neurechts“ und „völkisch-nationalistisch“ zu sein. Dieses Urteil, gegen das es keine Berufung gibt, handelte er sich durch eine ganze Reihe von Unverzeihlichkeiten ein.

Zum einen schrieb Bernig 2015 einen Text in der Sächsischen Zeitung über die Migrationspolitik Merkels, die er für falsch hält. In einer Rede in Kamenz im gleichen Jahr kritisierte er, dass eine öffentliche Debatte beispielsweise über Fragen wie Migration von politisch-medialen Meinungsführern durch „aggressives Moralisieren“ ersetzt werde. Außerdem unterschrieb Bernig die Charta 2017, einen Aufruf, der vor einer Gesinnungsdiktatur warnte, nachdem Mitglieder eines linken Mobs auf der Frankfurter Buchmesse Bücher, die es ihrer Ansicht nach nicht geben sollte, an Messeständen entwendeten, beschmierten und zerstörten. Er gehörte auch zu den Erstunterzeichnern der „Erklärung 2018“, die sich gegen eine Einwanderung wendet, bei der geltendes Recht umgangen wird. Eine ganz ähnliche Kritik an der aktuellen Einwanderungspraxis hatte übrigens 2019 auch der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier vorgebracht. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnete in ihrer Berichterstattung zu Bernig die „Erklärung 2018“ als „migrationsfeindlich“, eine kleine Lüge am Wegesrand: In dem Langtext zur „Petition 2018“ fordern die Unterzeichner sogar ausdrücklich ein modernes Einwanderungsrecht. Sie wenden sich nur eben gegen Migration über das dafür nicht vorgesehene Asylrecht.

Aber auf faktische Umstände kommt es in der Affäre nicht an, zumindest nicht für diejenigen, die schon in der neuen, umgegründeten Republik angekommen sind.”

Weiter unter: https://www.publicomag.com/2020/06/das-alpha-und-omega-der-angela-merkel/



[1] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bertelsmann-alpha-und-omega-1.694876

[2] https://www.sueddeutsche.de/politik/oskar-lafontaine-alpha-und-omega-1.585971

[3] https://www.sueddeutsche.de/kultur/grossformat-alpha-und-omega-1.2421474

[4] https://www.sueddeutsche.de/reise/kaese-glossar-mit-der-kraft-von-alpha-und-omega-1.4091868

[5] https://habewind.de/heribert-prantl-predigt-in-st-laurentius/

[6] https://www.sueddeutsche.de/politik/prantls-blick-merkels-vermaechtnis-1.3901762-0?reduced=true

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