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Das Maulheldentum…


“eine Person, die gerne mit ihren Taten und Fähigkeiten prahlt, tatsächlich aber kaum etwas Entsprechendes tut”(Definition “Maulheld” nauf Wiktionary)

…, scheint sich wie ein Fieber im Showbiz auszubreiten. Es erfasst aber nicht nur die ganz Berühmten wie George Clooney nebst Gattin und “Menschenrechtsanwältin” Amal, die sich zwar bei der Kanzlerin auf einem eigens anberaumten Treffen für deren Flüchtlingspolitik bedankten (nach der wir alle eben etwas zusammenrücken müssen um eine wenigstens 7-stellige Zahl gänzlich Fremder in unserer Mitte aufzunehmen), die aber gleichzeitig ihre von Flüchtlingen unbefleckte 25-Zimmer-Villa “Oleandra” am Comer See durch ein eigenes Gesetz vom Bürgermeister schützen ließen, nach dem um das sowieso hoch umzäunte Grundstück nochmal ein selbst für Normalbürger geschweige denn Flüchtlinge strafbewehrtes Forbidden Territory angelegt wurde. “No Borders”, man kennt das ja.

Aber, wie gesagt, was Hollywood kann das können deutsche Mimen auch. So hat sich neben manchem Keinhirnhasen auch ein Heiner Lauterbach in der Vergangenheit gern als Menschenrechtsfreund und Verfechter offener Grenzen für pauschal “Flüchtlinge” genannte Illegale präsentierte, indem er u.a. das “Wir schaffen das”-Mantra der Kanzlerin für gut hieß. Praktischerweise lässt sich mit dem Thema auch noch ordentlich Kohle abschöpfen, “Hilfsorganisationen” landauf, landab können das bestätigen, weshalb zufällig auch gerade eine zur Thematik passende - Achtung - “Kommödie” eben mit Heiner Lauterbach ins Kino kommt, Titel:

“Willkommen bei den Hartmanns”.

Der typisch deutsche Klamauk, kreativitätslos aufgehübscht mit durchgenudelten Gags wie dem *pruust* ausgespuckten Wein (siehe Trailer), dreht sich um eine typisch deutsche Familie (ja, typische Deutsche gibt es, typische Schweden, Türken oder Sambier dagegen nicht) die einen Flüchtling aufnehmen. Alles natürlich Friede, Freude, Eierkuchen, bis auf ein paar “haha”-Unwägbarkeiten die auch wieder typisch sein sollen für die Problemchen die sich mit dem Flüchtlingsstrom einstellen.

Man kann sich sowas ansehen oder nicht, kann es lustig finden oder zum Gähnen, was wirklich interessant ist, rund um den Film, sind die unterschwelligen, die unbeabsichtigten Botschaften die - mich - tatsächlich amüsieren…

1. Die Tatsache etwa - ich erwähnte es schon - dass man versucht menschliche Eigenschaften, Verhaltensnormen, als typisch deutsch darzustellen, während man dieses Unterfangen bei Türken oder Arabern sofort als Rassismus verteufeln würde. Sogar die meisten Filmkritiker in den Feuilletons schlucken diese Kröte widerspruchslos.


2. Es kamen 1.000.000 Flüchtlinge nach Deutschland und alle sollen integriert werden, sollen hier in der Mitte der Gesellschaft aufgenommen werden - was ja auch der Film thematisiert -, sollen ihren Lebensunterhalt durch Arbeit verdienen, und doch …. waren die ganzen Guten der Produktionsfirmen, die mit diesem Thema die anderen Guten an der Kinokasse abschöpfen wollen, nicht in der Lage oder nicht willens die Rolle des Flüchtlings Diallo mit einem echten Flüchtling aus Deutschland zu besetzen. Talentierte Menschen gibt es darunter ganz sicher, nur steht der Suche und dem Engagement eines Nachwuchsschauspielers direkt aus Tunesien, Eritrea, Afghanistan oder Syrien eines entgegen: Es kostet Geld und gefährdet Profit. Und da hört auch bei den ganz Guten die Menschlichkeit auf.


3. Man griff als Darsteller des Diallo also stattdessen auf einen bereits erprobten Künstler zurück und erwählte sich einen Belgier: Eric Kabongo, geboren am 21. Mai 1984 in Kinshasa (Hauptstatt der Demokratischen Republik Kongo, ehemals Belgisch Kongo) und seit seinem 14. Lebensjahr in Belgien lebend ist ein in vielerlei Hinsicht talentierter Schauspieler und Musiker und mag nicht wenigen mit einigem Recht als die persönlich und schauspielerisch angenehmste Erscheinung in diesem Film in Erinnerung bleiben. Ob man ihn dementsprechend angemessen bezahlt hat lassen wir jetzt mal dahin gestellt, was den normalen Umgang mit einem Schauspielerkollegen betrifft hat man ihm jedenfalls deutlich den Platz zugewiesen, den so eine Gemeinschaft von Guten einem unbekannten Schwarzen zu überlassen gedenkt. Seien Sie doch mal so nett und suchen sie auf dem offiziellen Filmplakat den Namen des in der Mitte sitzenden Darstellers des Flüchtlings (um den sich der ganze Klamauk ja überhaupt erst dreht), ich hab ihn vorsichtshalber markiert…..


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Gefunden? Tja, spätestens bei der Platzierung des eigenen Namens sowie der Größe der Buchstaben im Abspann des Films und auf den Plakaten ist für die Herren und Damen Stars Schluss mit Gutmensch. Da kennt man nur noch sich.

Was ein guter Übergang zu Heiner Lauterbach ist. Irgendwann hat ein Pressemensch (ich glaub von der BUNTE) mal den Fehler gemacht den guten Lauterbach zu fragen, ob das nix für ihn privat wäre, mal einen Flüchtling aufzunehmen. Da war Ende Gelände. Es sei, ließ der wissen, der gerade noch gut an dieser Rolle verdient hatte, es sei in seiner

…Hütte ziemlich voll mit zwei Kindern, Kindermädchen, Haushälterin

Ja klar, das verstehen wir Herr Lauterbach. Zumal sie sich mit ihrer “Hütte” nebst Seegrundstück am Starnberger See ja schon sehr beschränken müssten, 12 Zimmer auf 300 qm können ganz schön knapp sein, wo man doch schon beim Ankleideraum für die Gattin gespart hat, der nur halb so groß ist wie der für den Chef. Und ein bis mehrere Wohncontainer auf dem Villengrundstück gingen sich zwar locker aus, aber so richtig schön wäre das auch nicht. Es reicht ja schon wenn der Normalbürger die nebenan stehen hat. Es muss ja nun nicht jeder leiden.

Ach ja, noch etwas, nicht dass ein falscher Eindruck entsteht: Das Sicherheitsbedürfnis der Lauterbachs ist nicht eben klein, weshalb man in der Hütte schon 2009 das Schlafzimmer zum gepanzerten Hochsicherheitsraum umgebaut hat. Aber bitte, das soll keinesfalls heißen dass man Flüchtlinge nun nicht aufnähme weil man Angst vor Kriminalität hätte oder gar einen Generalverdacht hege, nicht wahr, Herr Lauterbach….

Das sind ja verschiedene Parameter, die da zu berücksichtigen sind. Ich bin zu selten zu Hause. Und meine Frau mit den Kindern alleine würde das auch nicht wollen, wenn ich nicht da bin. Insofern würde es schon mal daran scheitern.” Kurz angebunden erklärte er schließlich: „Das Thema brauchen wir jetzt gar nicht enger einzugrenzen.”

Ein Schelm wer Böses dabei denkt



Mit besten Grüßen

Peter Zangerl alias Moritatensaenger



Berichterstattung allüberall in den Medien, so auch in der WELT: Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, und der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in BayernHeinrich Bedford-Strohm, besuchen in Begleitung des Erzbischofs und Metropoliten der Kirchenprovinz Bamberg, Ludwig Schick, das Heilige Land. Um sich besser kennen zu lernen, wird geschrieben, und um der Ökumene Willen. Die Tagesschau zeigt in ihrem Videoblog [1] ein Bild der drei Kirchenoberen…

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(Bearbeitung Moritatensaenger)

…an dem dem oberflächlichen Betrachter zunächst nichts Negatives auffällt, im Gegenteil: Es zeigt freundlich lächelnde Herren zweier Kirchen und einen namenlosen - wie DomRadio berichtet [2] - “muslimischen Vertreter”. Das Pendant zu den drei Bischöfen wäre übrigens Muhammad Ahmad Hussein [3] gewesen, der amtierende Großmufti von Jerusalem. Nur hats von seiten der Muslime zu so viel Augenhöhe und Respektsbezeugung nicht gereicht, die deutschen Kirchenvertreter ließen sich freundlich lächelnd unterwerfen und mit einer unteren Charge abspeisen. Als sei dem nicht genug an Verweis auf die Plätze hat man, wie die Besucher berichten, von Seite der Herren über Al-Aksa “gebeten” die Bischofskreuze abzunehmen. Die drei hohen und in freundlicher Absicht angereisten christlichen Kirchenführer zögerten nicht lange, zwei trugen es überhaupt nicht, der dritte, Ludwig Schick, steckte es verschämt in die Innentasche seines Sakkos.

Es mag sein dass unsere Kirchenfürsten in Deutschland mittlerweile so von ihrer eigenen Aura und Potenz geblendet sind dass ihnen Jesus nicht nur am Kreuz abhanden kommt, sondern auch in Gedanken. Ich jedenfalls erinnerte mich sofort an Jesus Wort zu Simon Petrus das nach Matthäus 26:34 lautet…

Jesus sprach zu ihm: Wahrlich ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.

Und wirklich haben unsere Drei - man kann es drehen und wenden wie man will - Jesus, ihren Gott, verleugnet. Wofür sie im Übrigen, wieder zu Hause, teilweise deutliche Kritik einstecken mussten. Auch Simon Petrus hatte damals Jesus, wie von diesem prophezeit, verleumdet, allerdings war der spätere Bischof von Antiochia aus anderem Holz geschnitzt denn seine Nachfolger im bischöflichen Amt, weshalb als Reaktion von ihm in Matthäus 26:75 überliefert ist…

Da dachte Petrus an die Worte Jesu, da er zu ihm sagte: “Ehe der Hahn krähen wird, wirst du mich dreimal verleugnen”, und ging hinaus und weinte bitterlich.

Von ähnlichem Schuldbewusstsein sind unsere Drei aus dem Gute-Nacht-Land selbstverständlich weit entfernt, man ließ als Entschuldigung lediglich verlauten dass man mit dem Ablegen des Symboles des Christentumes eben “aus Respekt vor den Gastgebern” [4] und auf deren Wunsch gehandelt habe. Inwieweit es ein Symbol des Respekts von Seiten der muslimischen Herren war, von den Besuchern das Verleugnen ihres Gottes und Glaubens zur Bedingung zu stellen, darüber machte man sich vor lauter Beflissenheit wohl keine Gedanken. Was auch für die Symbolik des Kreuzes gilt, das ja durch seinen horizontalen Balken gerade eben die Verbindung zwischen den Menschen hervorhebt und deshalb für einen verbindenden Besuch zwischen den Religionen ein schönes Zeichen gewesen wäre. Nur: Verbinden wollte offensichtlich nicht jede Seite.

Wie auch immer: Wieder zu Hause wartete der Alltag auf die Kirchenrepräsentanten, es galt den Kampf gegen Rechts weiter politisch zu betreiben und vor allem natürlich die eigenen Fertigkeiten im Appeasement zu schärfen. Die Protestanten holten sich dazu den Zentral-Führer der deutschen Muslime nach Nürnberg in ihr Gotteshaus und ließen sich von ihm die Leviten lesen als wäre Sacher-Masoch auferstanden, nur um ihn im Anschluß in einer Art applaudierend zu umwedeln, dass man sich an die Posen maurischer Moriskentänzer erinnert fühlt…

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…. Auch die Katholiken waren nicht faul und ließen den frisch aus “Al-Aksa Moschee/Al-Haram Al-Scharif und Umgebung” (neue UNESCO-Bezeichnung des jüdischen Tempelbergs [5]) zurückgekehrten Bamberger Jesus-ins-Sakko-Stecker (im obersten Foto ganz rechts) Ludwig Schick mit dem Bekenntnis nach vorne preschen, dass er sich natürlich auch einen muslimischen Bundespräsidenten vorstellen könne, schließlich sei das ein Gebot demokratischen Miteinanders, wenn er denn gewählt würde. Was ein erstaunliches Demokratieverständnis beim Herrn Erzbischof offenbart: ein Verbot der bösen AfD sähe der nämlich - sei die demokratisch gewählt hin oder her - nicht unbedingt ungern und bei dem “Gottseibeiuns” Pegida darf nach seinem christlichen Urteil sowieso kein Gläubiger mitspielen [6][7], da sei die politische Urteilskraft des Schäfers mit der violetten Kappe der Herde an dummen Schafen voraus, Versammlungsfreiheit hin oder her.



Beste Grüße

Peter Zangerl alias Moritatrensaenger



[1] https://www.tagesschau.de/videoblog/nahost_ganz_nah/oekumene-israel-101.html

[2] https://www.domradio.de/themen/%C3%B6kumene/2016-10-20/deutsche-bischoefe-auf-dem-tempelberg

[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Ahmad_Hussein

[4] http://www.kath.net/news/57271

[5] http://www.zeit.de/2016/44/tempelberg-jerusalem-unesco-resolution-islamische-staette

[6] http://www.merkur.de/politik/bamberger-erzbischof-schick-muslimischer-bundespraesident-waere-denkbar-zr-6919956.html

[7] https://www.domradio.de/themen/kirche-und-politik/2016-03-07/erzbischof-schick-haelt-afd-verbot-fuer-moeglich

Über die Jahre ist die Süddeutsche vorsichtiger geworden mit ihrer ganz besonderen Haltung zu den Juden im Nahen Osten, die sich - zurückhaltend - auch unter dem Adjektiv “israelkritisch” subsummieren lässt, die man im privaten Kreis aber auch anders nennen kann. Nun ist es eine Sache Kreide zu fressen und das gute Mütterlein zu spielen, um beim Leser Einlass zu finden, eine andere Sache ist es das eigene Weltbild komplett zu unterdrücken. Im Gespräch mit einem Gegenüber ist es die nonverbale Kommunikation, die abseits schöner Worte die Wahrheit ans Licht treten lässt. Bei der Süddeutschen ist es gelegentlich das verwendete Bildmaterial, das des Geistes Kind verrät.

Ein schönes Beispiel ist eine vom Presserat im September 2013 mit Aufmerksamkeit bedachte (eine Rüge wollte man der jouranlistisch bestens vernetzten SZ offensichtlich nicht antun) “Karikatur”, die sich laut Entscheidung des Beschwerdeausschusses “antisemitischer Klischees aus der Nazi-Zeit” bediene und dazu geeignet sei, “Vorurteile gegen Juden und Israel zu schüren”. Übrigens seinerzeit verantwortlich ins Blatt gebracht von Franziska Augstein (die mit dem Bruder und die mit Prantl, dem Gatten) die selbst nach dem Hinweis des Presserates zu keinerlei Selbstkritik fähig war. Suedwatch.de schrieb seinerzeit ausführlich darüber [1]. Der Künstler Ernst Kahl schlug - nebenbei gesagt - später die Hände über dem Kopf zusammen, als ihm bekannt wurde in welchen Kontext sein Werk von Augstein gesetzt wurde.

Jedenfalls war es im Hause SZ anlässlich des Todes von  Shimon Peres wieder mal Zeit die Hosen runter zu lassen. Unbewusst natürlich, aber - wie wir sehen werden - bis zu den Knöcheln. Die Titelseite der Ausgabe vom 29.September nämlich ziert ein Foto von Shimon Peres….

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…..das erklärt warum der verstorbene israelische Staatsmann der Süddeutschen und mit ihr der linken Bohème so viel lieber war als Männer wie seinerzeit Ariel Sharon, genannt der Löwe, oder wie es - Gott erhalte seine Gesundheit -  Benjamin Netanjahu je sein wird. Peres nämlich entspricht auf jenem Foto idealtypisch dem Bild das man im genannten Personenkreis vom guten Juden in sich trägt. Unter Zehntausenden Fotos des bedeutenden Politikers hat man sich unbewusst aber um so verräterischer ausgerechnet das ausgesucht, auf dem er sich, klein von Statur und sittsam, ja “anständig” in der Haltung, verloren in ein riesiges Sofa fügt, die Hände bescheiden gefalten.

Ja, liebe Süddeutsche, das ist euer Foto. Das habt ihr treffend ausgewählt. Nicht weil es Peres auf den Leib geschrieben wäre, sondern weil ihr ihn gern so seht, weil des Bildes Sprache nach Eurem Dafürhalten jenem Juden angemessen ist, den allein ihr zu akzeptieren bereit seid. Der Jude hat gefälligst klein, bescheiden und fügsam zu sein. Jedoch: Die Zeit Eurer Weltsicht ist vorbei. Nicht nur entspricht Netanjahu nicht mehr Eurem hier gezeigten Bild vom Idealjuden, auch die Masse der Juden außerhalb und sowieso innerhalb Israels will und wird sich - von ein paar weltfremden deutschen Funktionären abgesehen - nicht mehr wehr- und rechtlos geben, nicht mehr in untertäniger Pose wie ein Köter der Wurst geklaut hat auf den Platz verwiesen lassen, sich nicht mehr unter die Bestimmung von Herrenmenschen begeben, auch wenn die noch so laut ihre vermeintliche moralische Überlegenheit reklamieren (was sie nicht so ganz weit entfernt von denen vor 80 Jahren, die sich ebenfalls auf moralisch höherer Ebene wähnten). Der Jude im Allgemeinen und der Israeli im Besonderen entspricht - ich bedaure Euch das mitteilen zu müssen - nicht mehr dem Foto Peres‘ und auch nicht diesem alten Abbild….

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……sondern diesem Typ…….

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… Und daran solltet - nicht nur - Ihr Euch besser gewöhnen.



Mit besten Grüßen

Peter Zangerl alias Moritatensaenger



[1] http://www.suedwatch.de/blog/?p=10854

Gar lustig schallte es wohl gestern durch die einsamen Redaktions-Flure der Süddeutschen Zeitung

Widdewiddewitt und Drei macht Neune !!

Ich lüg’ mir die Welt

Widdewidde wie sie mir gefällt ….

… Anonyme Schreiberlingsfinger hatten geschwind - und fairerweise muss man sagen: im Einklang mit der Masse deutscher Medien - nicht nur das Referendum in Ungarn für gescheitert erklärt, sondern auch Viktor Orban.

http://www.sueddeutsche.de/politik/ungarn-fluechtlings-referendum-orbn-scheitert-an-prozent-huerde-1.3188107

In einem Staat wohlgemerkt, in dem sich 30%-Parteien zum “klaren” Wahlsieger küren und sich deren im Gleichschritt laufende 19%-”Konkurrenten” als Volksparteien bezeichnen (Beispiel Mecklenburg-Vorpommern), lügt sich eine der größten Tageszeitungen ihr - absehbar - vernichtendes Urteil über das ungarische Referendum zusammen. Was war geschehen? Man kann es ganz einfach erklären: Die Regierung Ungarns unter Viktor Orban räumte seinem Volk die Gelegenheit ein, GEGEN den Kurs der Regierung abzustimmen. Ein Vorhaben das - da muss man die SZ fast in Schutz nehmen - für deutsche Bürger und Wähler nach Böhmischen Dörfern klingt. In einer Sache wie der Zuwanderung von der eigenen Regierung gefragt werden? Im Deutschland Merkels nicht im Entferntesten denkbar.

Nun, die Ungarn jedenfalls wurden am Sonntag gefragt…

“Wollen Sie, dass die Europäische Union auch ohne Zustimmung des ungarischen Nationalversammlung die verpflichtende Ansiedlung von nicht-ungarischen Staatsbürgern in Ungarn anordnen kann?” [1]

Orbans Haltung zu dieser Frage dürfte hierzulande jedem bekannt sein und jedem Ungarn sowieso. Es war also eine Aufforderung an Oppositionelle, an Andersdenkende in Ungarn, mit einer Mehrheit in einem Referendum die bestehende Politik zu ändern oder eben weil Minderheit zu bestätigen. Ein urdemokratischer Vorgang und das Ergebnis spricht Bände, allerdings andere als sich das die im besten Kraus’schen Sinne agierende Journaille gewünscht hat. Fakt ist nämlich dass es nur ein Scheitern gibt, nämlich das einer verschwindenden Minderheit von Ungarn die der Politik Orbans widersprechen wollten. Und das sind wohl kaum diejenigen, die nicht zur Wahl gingen.

Aber sehen wir uns doch mal die Zahlen an, nach denen man in deutschen Medien nicht umsonst vergeblich sucht:

Wahlberechtigte Ungarn: 8,27 Millionen Bürger
Wahlbeteiligung: ca. 3,58 Millionen Bürger oder 43,35%

Stimmen “Nein” und für Orban: über 3,2 Millionen Bürger
Stimmen “Ja” und gegen Orban: etwa 55.000 Wähler
(der Rest ungültige Stimmabgabe [2])

Während also in der Süddeutschen Zeitung (und dem ganzen Rest der deutschen Pinocchio-Medien) von einem Scheitern des Referendums und damit der Regierung Orban phantasiert wird - und man sich damit den ungarischen Sozialisten annähert - hat das ungarische Volk seine Wahl getroffen: Es entschied sich zum einen Teil durch schlichte Enthaltung FÜR Orban und gegen die EU, und selbst diejenigen die wählen wollten bestätigten mit einer gigantischen Mehrheit von 3,2 Millionen gegenüber 55.000 die Ablehnung der Einwanderungspolitik, die ihnen eine Operettenregierung in Brüssel und eine irrlichternde deutsche Machthaberin ohne jede demokratische Legitimation verordnen wollten.

Eine deutsche und europäische Politclique, die nicht im Traum daran denkt dem eigenen Volk ein vergleichbares demokratisches Mitspracherecht einzuräumen.



Es grüßt

Peter Zangerl alias Motitatensaenger



[1] http://www.mfa.gov.hu/kulkepviselet/DE/de/de_hirek/160908volksabstimmung.htm

[2] http://www.budapester.hu/2016/10/03/klares-aber-ungultiges-nein

Es ist doch erstaunlich wie unterschiedlich Politik und Medien - und damit gezwungenermaßen auch die Öffentlichkeit - eigentlich für alle gleich geltende Grundrechte gewährt sehen wollen. Da fordert Jean Baptiste Debreux, Besitzer des kleinen Restaunts Le Cénacle in Tremblay-en-France, …

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…zwei Musliminnen auf sein Restaurant zu verlassen. Die Süddeutsche berichtet drüber [1] und dem Text kann man entnehmen - ohne dass weiter darauf eingegangen wird - dass es vor dem Rauswurf eine Auseinandersetzung gab in deren Verlauf die Damen den Wirt als Rassisten bezeichneten…

Vorausgegangen war offenbar ein Streit. Eine der Frauen sagt in dem Video, sie wolle nicht von einem Rassisten bedient werden. Rassisten wie er legten keine Bomben und töteten keine Menschen, entgegnet der Mann. Am Ende wirft er die Frauen aus dem Lokal. “Leute wie euch will ich bei mir nicht. Basta!”

…nun könnte man das ganze wahlweise sowohl als Idiotie eines Verbohrten wie auch als im Hausrecht eines Restaurantbesitzers begründete Handlung ablegen (vielleicht sogar als Resultat einer gezielten Provokation durch die Musliminnen) und vergessen. Nicht so im Europa der Gegenwart, wo der Mann der die Muslime als Terroristen bezeichnete mittlerweile auf der Flucht ist und die Polizei einen Sicherheitskordon um das Lokal legen musste. Aber nicht nur aufgebrachte - friedliche - Muslime hat der Patron zu fürchten, nein, selbst sogenannte “Menschenrechtsorganisationen” rufen zur Existenzvernichtung durch Boykott und Bewertungsterror in sozialen Netzwerken auf [2], ganz zu schweigen von der Politik aus deren Kreisen man schwer atmend fordert, nach dieser schrecklichen Tat ein juristisches Exempel an Herrn Debereux zu statuieren.

Meanwhile in Deutschland Menschen sogar von der Politik mit umfangreichen Informationsbroschüren gefördert aus Lokalen gewiesen werden, weil sie die falschen politischen Ansichten haben. Auch darüber berichtete die Süddeutsche schon mehrmals, wenn auch im Gegensatz zu dem Vorfall in Frankreich deutlich sympathisierend…

“Kein Wirt will sie haben - aber viele wissen nicht, wie sie sie losbekommen. Jetzt unterstützt die Stadt München Lokalbesitzer im Umgang mit Neonazis - und erklärt, wie sich die Wirte gegen unerwünschte Gäste aus dem rechten Milieu wehren können.[...] Die Stadt … hat nun die 40-seitige Broschüre “Anmietungen durch Rechtsextreme” veröffentlicht mit Ratschlägen, wie man diesen Gästen oder Mietinteressenten begegnet. “Schutz für Kommunen und Vermieter”, lautet der Untertitel. Miriam Heigl von der Fachstelle gegen Rechtsextremismus im Rathaus über die Gründe für die Publikation.” [3]

Übrigens: Wer “Rechtsextrem” ist bestimmen der Mob oder wahlweise selbsternannte Fachleute für Rechtsextremismus und nicht die Justiz, weshalb beileibe nicht nur springerstiefel und bomberbejackten Glatzen die Tür gewiesen wird sondern auch demokratische aber unbeliebte Parteien wie die AfD in den Genuss der Sonderbehandlung von Stadt wegen kommen…

“Der Bezirksausschuss Au-Haidhausen (BA) hat sich in einem fraktionsübergreifenden Dringlichkeitsantrag klar positioniert: Gegen Veranstaltungen im Unionsbräu von “ausländerfeindlichen, rassistischen, antisemitischen oder homophoben Gruppierungen, die den sozialen Frieden gefährden”. Das Kommunalreferat als Eigentümer und die GWG, die das Restaurants vermietet, sollen prüfen, ob und wie solche Veranstaltungen zukünftig zu unterbinden sind. Darüber hinaus sucht der BA das Gespräch mit dem Unionsbräu-Pächter Igor Divjak. Sollte das keinen Erfolg haben - da sind sich die BA-Mitglieder einig - werde man eben für eigene Veranstaltungen auf andere Lokale in Haidhausen ausweichen.Hintergrund des Antrags ist die Veranstaltung der AfD im Hofbräukeller am Wiener Platz im vergangenen Mai.” [4]

Was aber haben nun die Lokalverbote für “Nazis” in Deutschland mit den Vorfällen in Frankreich zu tun? Nun, zumindest sei die Frage an die deutschen Medien erlaubt, woher der unterschiedliche Grad der Empörung aus ihren Reihen kommt und ob es sein kann, dass sie das Grundgesetz schon längere Zeit nicht mehr in der Hand - und im Hirn - hatten…

Art. 3 (3) Grundgesetz

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.



Das, liebe Freunde, gilt für ALLE Bürger



Mit besten Grüßen

Peter Zangerl alias Moritatensaenger



[1] http://www.sueddeutsche.de/panorama/frankreich-leute-wie-euch-will-ich-bei-mir-nicht-basta-1.3140360

[2] http://www.huffingtonpost.fr/2016/08/28/cenacle-tremblay-en-france-femmes-voilees-indignation_n_11750846.html?utm_hp_ref=france

[3] www.sueddeutsche.de/muenchen/hilfe-fuer-muenchner-wirte-lokalverbot-fuer-nazis-1.1387518

[4] www.sueddeutsche.de/muenchen/haidhausen-lokalverbot-fuer-rassisten-1.3049933



Keine Angst, der FC St.Pauli wurde nicht gesperrt. Nicht für den Platz und nicht auf Facebook. Alles was er getan hat war seinen dunkelhäutigen Ex-Profi Michél Mazingu-Dinzey durch einen vereinseigenen sogenannten “Ehrenrat” [sic!] aus der Jahrhundertelf zu werfen, in die er von den St.Pauli-Fans gewählt wurde. Was war passiert? Der Ex-Profi hat ein Menschenrecht wahrgenommen…

“Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.” (Art.19 / Allgemeine Erklärung der Menschenrechte)

…und dabei zwar keinerlei Straftat begangen, allerdings hat er zur Äußerung seiner Meinung an einer Demonstration teilgenommen (nach dem Grundgesetz ebenfalls ein Grundrecht) die von den Inhabern der Meinungshoheit als “rechts” und damit ächtbar deklariert wurde….

https://mopo24.de/nachrichten/ex-bundesliga-profi-laeuft-bei-anti-asyl-demo-mit-70024

Mit derart seltsamer Wut und Unversöhnlichkeit hat der Verein seinen verdienten Ex-Spieler hinauskomplementiert, dass nicht nur ich mich frage ob das damit bestrafte “Vergehen” Mazingu-Dinzeys wirklich der einzige Grund war, oder ob die Saubermänner beim FC St.Pauli nicht doch dunklere Motive antrieben. Und man sollte die tapferen Hamburger Kämpfer gegen “Rechts” ruhig auch mal fragen, wie anders sie glauben dass die Nazis auf Andersdenkende reagiert hätten. Aber gut: Saubermänner dieses Kalibers denken selten über den selbstverordneten Horizont hinaus.

Jedenfalls bin ich nun für diesen ungehorsamen Facebook-Beitrag…

beitrag-entfernt

…und dieses Foto zur Illustration…

the-lynching-of-thomas-shipp-and-abram-smith-marion-indiana-1930

….gesperrt worden (…und nein, es war nicht das Foto allein, denn das hätte man gesondert entfernen können). Wie lange, wird sich zeigen. Die Krux dabei ist nur: Ich bin immer noch ich und auch der FC St.Pauli bleibt was er ist.



Mit besten Grüßen

Peter Zangerl alias Moritatensaenger



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